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Die Zerstörung des literarischen und aufklärerischen Geistes, die Verbrennung des modernen geistigen Europas und der Aufbau diffiziler Feindbilder war im Frühjahr des Jahres 1933 mit der Bücherverbrennung der lodernde Auftakt der folgenden Barbarei. Der Aufklärung verpflichtete Literatur wurde tonnenweise ins Feuer geworfen und somit der „flackernde Niedergang“ eines besonderen kulturellen Bewusstseins eingeleitet. Mord und Selbstmord zugleich? Wie eine damalige wissenschaftliche Elite den deutschen Geist zu verbrennen versuchte und die Sterne unsterblich blieben. Außerdem erzählt dieses Programm davon, wie junge Menschen Ihre Zukunft verloren, wer ohne blaue Flecke aus rasender Eisenbahn sprang oder warum der Führer schwitzte. Texte und Lieder der „verbrannter Dichter“ Erich Kästner, Irmgard Keun, Stefan Zweig und Anderen werden zum Vortrag kommen.

Pressestimmen:

„Gegen das Vergessen: Die Usedomer Literaturtage 2023 haben mit der Premiere einer literarisch-musikalischen Collage einen weiteren Höhepunkt erlebt. Als die schweigende Bestürzung verflogen war, wollte der Beifall kein Ende nehmen. Im restlos gefüllten Haus des Gastes wurden Julia Boegershausen, Björn Bewerich und Felix Pankonin für eine Programmpremiere gefeiert, die einem aufrichtigen Gedenken an die Opfer der deutschlandweiten Bücherverbrennungen im Jahr 1933 gerecht wurde. Scham und Trauer inklusive. Dass die Künstler und besonders Boegershausen in ihren klug ausgewählten Liedern und Texten so voller Empathie agierten, machte die zweistündige Programmabfolge zu einem künstlerischen Erlebnis, das in seiner Klarheit wie schmerzhaften Schärfe möglichst viele Zuhörer finden möge. Beeindruckend!“
(Ostseezeitung, 05.05.2023, Steffen Adler)

„Ein bemerkenswerter Abend – behutsam und klug konzipiert. Der Zusammenklang aus Literatur, Musik und geschichtlicher Einordnung ist tief berührend und lässt sofort den Wunsch aufkommen, ein Buch aufzuschlagen und darin zu lesen.“
(Ingo Putz, Schauspieldirektor GHT Görlitz-Zittau – 19.06.2023)

„Boegershausen, Bewerich, Pankonin mit schwerer Kost, meisterhaft angerichtet und fesselnd serviert. Es ging um die Bücherverbrennungen im Deutschland des Jahres 1933. Und mehr. Um verfemte, vertriebene Dichter, um zerstörte Leben, um verfolgte Kunst, um Gleichschaltung und Zwangsexil.
Julia Boegershausen mit literarischen Texten und Liedern. Ein fein austariertes Trommelfeuer von Schrecken und frecher Schnauze, Melancholie und Hoffnung, Wut und Fatalismus. Perfekte, weil sparsame Theatralik. Ein gekonntes Spiel der Nuancen, reiche Dynamik. Und eine Singstimme, die dich durch die Nacht trägt.
Björn Bewerich, wie immer kongenialer Partner am Piano. Die Truppe hatte entschieden, im kleinen Klub ohne Mikrofon-Verstärkung aufzutreten. Das erfordert vom Begleitmusiker viel Einfühlungsvermögen, damit er die Kollegin im Eifer des Gefechts nicht übertönt. Hat er perfekt gemacht.
Felix Pankonin. Die perfekte Ergänzung der Inszenierung. Er lieferte historische Zusammenhänge, machte einzelne Zeitgenossen lebendig. Mit markanter Sprecherstimme und historischen Tondokumenten. Von der zum martialisch-dreckigen Rap zerhackten Goebbels-Rede bis zur Warnung von Erich Kästner: „Drohende Diktaturen“, resümierte der, „lassen sich nur verhindern, ehe sie die Macht übernommen haben“.
Wir, das Publikum, waren gefesselt. Hin und her gerissen zwischen Staunen, Grausen, befreiendem Lachen und Nachdenklichkeit.
Danke.
Chapeau.“
(Jürgen Dettling, Filmemacher, 02.09.2023)

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